IBA Bildungszentrum, Hamburg – Tor zur Welt

Zielsetzung

Das wichtigste Ziel ist es, einen maximal integrativen Baukörper zu entwickeln, der mit einem komplexen Raumkonzept aufwarten kann. Das bietet den einströmenden Kulturen offene und flexible Möglichkeiten für Zusammenkommen, Kommunikation und gemeinschaftliche Entwicklung. Es soll ein starker, neuer Impuls für eine aktive Bewältigung vielschichtiger Integrationsaufgaben entstehen. Diese Prämissen gelten auf städtebaulicher Ebene ebenso wie für die innere Organisation des Neubaus.

Zwischenräume / Klassenräume

Das traditionelle System „Außenraum – Erschließung - Innenraum“ wird aufgegeben. Dafür entwickelt sich eine komplexe, intensiv vernetzte Raumauffassung, die nur Raum und Zwischenraum kennt. Der Zwischenraum mit seinen anspruchsvollen Freiflächen, Aufweitungen, Lichthöfen und intensiven Bezügen zwischen Innen und Außen stimuliert dabei Kommunikation, Neuorientierung, Kreativität und Ideenfindung. Der „Klassenraum“ wird als stärker von Konzentration geprägte Insel verstanden. Raum und Zwischenraum werden in offenen Kreisläufen zu vielfältig anregendem Rhythmus geordnet. Dadurch entsteht ein verbindender, pulsierender Kosmos, der aktive Integrationsprozesse ermöglicht. Auf dogmatische, eingrenzende Strukturen wird verzichtet.

Einfügung / Arrondierung

Die städtebauliche Stellung des Neubaus symbolisiert trotz einer homogenen Gesamtfigur größtmögliche Aufgeschlossenheit gegenüber der gebauten Umgebung, wie auch zu den Landschaftsräumen der Wettern. Gleichzeitig transportiert er eine natürlich ordnende Autorität, die für ein Bauwerk dieses Anspruchs unverzichtbar ist. Sichtbare Zeichen dafür sind die Hochwertigkeit in Entwurf und Material, die geschlossene Gesamterscheinung, die intensive städtebauliche Einbindung und die leicht erhöhte Stellung auf einem Sockel. „Brückenschlag“ Krieterstraße Den wichtigen Brückenschlag über die Krieterstraße leistet ein Teppich von grünen Inseln auf ebenso unprätentiöse wie natürliche Weise. Ein Rückbau des Straßenprofils und der Verzicht auf Asphalt, die Zeichen für „Autospur“, erbringt eine neue Qualität zum Thema „öffentliche Fläche“. Das gleichberechtigte und rücksichtsvolle Miteinander von Fußgänger-, Rad- und Autoverkehr wird dadurch entscheidend gefördert. Der Baukörper östlich der Krieterstraße nimmt die Bewegungsdynamik des kreuzenden Verkehrs auf. Er kann mit seinem breiten Tor im Erdgeschoss gleichzeitig als Eingangsmodul und klar identifizierbare Verbindung zu den rückwärtigen Schulbauten gelesen werden.

Entwurfsideal

Das Bildungszentrum „Tor zur Welt“ soll keine isolierte Bildungsanstalt, sondern intensiv vernetzter Bestandteil eines Quartiers im Aufbruch werden. Mit vielfältigen Verknüpfungen nach außen und mit dem Potential, Impulsgeber für eine neue Idee von Stadt zu werden. Die Volumen der Neubauten umschließen eine neue gesellschaftliche Vision wie schützende Hände. Eine Vision von aktiver, selbstbestimmter und kreativer Integration. Es sind Hände die halten, nicht klammern.